Sonntag, 18. Mai 2014
Neulich habe ich diesen Zettel gefunden, auf dem ich einen Traum aufgeschrieben hatte, irgendwann dieses Jahr im Winter. Es klang alles so wunderschön und entsprach damit überhaupt nicht meiner derzeitigen Situation, bis ich etwas genauer zu überlegen begann. Vor zwei Jahren war ich wirklich verzweifelt gewesen. Es stimmte nämlich von vorne bis hinten nichts. Und so begann ich Stück für Stück mein Leben aufzuräumen. Jetzt stehen in dieser Wohnung regelmäßig frische Blumen und ich schlafe gut durch. Was ich mir noch wünsche, ist das Sommerfeuerwerk samt Lillet natürlich. Bis dahin werde ich in den großartigen Bahnen, die sich mir kürzlich eröffnet haben, schwimmen und jeden Moment genießen.



Mittwoch, 18. Dezember 2013
A. habe ich davon erzählt, wie das geht. Er wäre gern Lateinamerikabackpacker gewesen, sagte er so. Glaube ich. Man liegt die Nacht über in einem Zimmer mit oder ohne Ventilator an der Decke. Warmes Wasser in der Dusche braucht man nicht, aber eine Dusche im Haus ist gut. Ein Papagei im Hinterhof, ein Schaukelstuhl auf der Veranda. Reis, Hühnchen und Gemüse. Sich über die Veranda lehnen und den anderen begrüßen, Verabredungen vereinbaren und den Cousin von Koks quasseln lassen.

Sich mit T-Shirt und Rock in den staubigen Straßenrand setzen, schauen und zur Ruhe kommen, wie nie im Leben. Einfach die Straße hochlaufen, eine Fanta und Zigaretten im Laden kaufen und die Straße wieder herunterlaufen und auf den Karneval warten.

So wie als Kind in Leipzig. Und den Hund austricksen.

Man hatte die ersten Boxen schon auf die Straße geschoben.



Freitag, 6. Dezember 2013
Unwissend vorwärts stolpernd. Hungrig, meist müde, den Efeu des Waldhauses stündlich abtastend. Den Kopf in den Nacken und die Selbstgedrehte in der rechten Hand. Abwartend. Die Zeit wegschiebend. Die Tagträume des Sommers bogen in die Einflugschneise des Herbstes ein. Bin ich 'Röckchen' in ein paar Jahren und habe es bloß nicht kommen sehen, die Laufmasche kommen sehen? Scheinzufriedenheit, will ich rufen. Immer abklopfen, immer gesund misstrauisch, immer schön gesund sein. Ein paar Träume zuviel ja, aber bitte nichts, was über das Ufer tritt. Im spaßfernen und seelen-tödlichen Realismus gefangen? Zu harsch. Machen. Gut. War gar nicht so schwer und Fehler, die kleinen, unterlaufen einem täglich. Lügen und Fehler. Es gibt keine Hirngespinste, keine Schwere. Nur die kleinen Nadelstiche der Stadt, die Gedanken, die ab und zu von einer Ecke zur nächsten springen, um sich im darauf folgenden Moment an das Gesetz des Gestaltwandlers zu halten und ihre Form, Farbe und Geruch zu verändern. Ein spitzer Stein im Schuh oder doch eher eine Wolke aus pulverisiertem Orangensaft? Gedanken sind so. Sind Karotten, die auf Dachgemüsegärten wachsen und ihre Wurzeln reichen bis in die modrigen Keller der Mietshäuser. Unbedeutend. Bleiben Sie dran - Stay tuned.