There is nothing to fear but fear itself
Franklin D. Roosevelt
Ich lache laut auf, als ich die fertig gebaute Hütte, eine mit Holzästen und Planen umschlungene Waldbehausung, versehen mit einem Plastikwelldach, sehe. Besser ließen sich die Berliner Wohnungsmarktsituation, die Obdachlosensituation in Berlin und warme geplatzte Aussteigerwünsche nicht zusammenfassen. Here we go: Brandenburgische Waldfavela und mir fällt blitzartig eines meiner Lieblingsphotos aus der 57. Ausgabe der Colors (Slums/Baraccopoli) ein, wo ein Mann in einer Art Büro in Mexiko zu sitzen scheint, dessen Wände mit blauen Plastikmülltüten ausgekleidet wurden, in Anlehnung an eine luxuriöse Lederwand. Bildunterschrift: This place may be a trash dump, but it doesn't mean we're vulgar.
Martin ist weder unterprivilegierter Pöbel, noch wenig mit Schläue gesegnet. Es ist die Angst, die ihn antreibt. Er ist Mathematiker und kommt aus dem typischen Berliner Akademikerumfeld, welches sich anfangs im Friedrichshain niederlässt um eventuell später in grüneren und beschaulicheren Bezirken heimisch zu werden. Aber da tickt etwas in ihm, eine Uhr, eine Angstuhr und er zählt die Sekunden ab, die einzelnen Momente, um zu verdrängen und gleichzeitig seiner selbst habhaft zu werden. Neunundneunzig, einhundert, einhunderteins ...
Laut, lärmend, zugig und überfahren wirst du sowieso und danach liegengelassen. Berlin, im Film gezeichnet, irgendwo zwischen Moloch und Marzahn, rast lärmend auf dich zu, steckt dich in graue Plattenbauten und zerlegt deine Knochen in einzelne Teile in den letzten verbliebenen Abrisshäusern. Dabei liegt der Ausweg so nahe und kostet kaum vier Euro und schon bist du im Brandenburgischen Wald. Der gediegene Bürger assoziiert sich bei dem Gedanken an Brandenburg eine Laubhütte oder sein Häuschen und Ruhe und Schutz zusammen; für Martin wird dies die Wende seiner bisherigen bürgerlichen Biografie und ein Ausstieg aus der Angst. Wenn da nur nicht dieser kleine Junge wäre, den er in einem Abrisshaus kennengelernt hat und welcher ihn von nun ab begleiten wird.
Eine tiefsitzende Angst lässt sich nicht abstreifen, wie eine verflossene Liebe oder ein Karriereknick. Sie ist dein ständiger Begleiter und funkelt dich in stillen und schönen Momenten mit einem aufgerissenen Bulldoggenmaul an. Nice to meet you again, wirst du denken. Doch der Wald wird dich umarmen und reich beschenken mit seiner Fülle, seiner Weite und seinem Leben.
There is nothing left to loose
Drittes Studioalbum der Foofighters
Die Summe meiner einzelnen Teile
Franklin D. Roosevelt
Ich lache laut auf, als ich die fertig gebaute Hütte, eine mit Holzästen und Planen umschlungene Waldbehausung, versehen mit einem Plastikwelldach, sehe. Besser ließen sich die Berliner Wohnungsmarktsituation, die Obdachlosensituation in Berlin und warme geplatzte Aussteigerwünsche nicht zusammenfassen. Here we go: Brandenburgische Waldfavela und mir fällt blitzartig eines meiner Lieblingsphotos aus der 57. Ausgabe der Colors (Slums/Baraccopoli) ein, wo ein Mann in einer Art Büro in Mexiko zu sitzen scheint, dessen Wände mit blauen Plastikmülltüten ausgekleidet wurden, in Anlehnung an eine luxuriöse Lederwand. Bildunterschrift: This place may be a trash dump, but it doesn't mean we're vulgar.
Martin ist weder unterprivilegierter Pöbel, noch wenig mit Schläue gesegnet. Es ist die Angst, die ihn antreibt. Er ist Mathematiker und kommt aus dem typischen Berliner Akademikerumfeld, welches sich anfangs im Friedrichshain niederlässt um eventuell später in grüneren und beschaulicheren Bezirken heimisch zu werden. Aber da tickt etwas in ihm, eine Uhr, eine Angstuhr und er zählt die Sekunden ab, die einzelnen Momente, um zu verdrängen und gleichzeitig seiner selbst habhaft zu werden. Neunundneunzig, einhundert, einhunderteins ...
Laut, lärmend, zugig und überfahren wirst du sowieso und danach liegengelassen. Berlin, im Film gezeichnet, irgendwo zwischen Moloch und Marzahn, rast lärmend auf dich zu, steckt dich in graue Plattenbauten und zerlegt deine Knochen in einzelne Teile in den letzten verbliebenen Abrisshäusern. Dabei liegt der Ausweg so nahe und kostet kaum vier Euro und schon bist du im Brandenburgischen Wald. Der gediegene Bürger assoziiert sich bei dem Gedanken an Brandenburg eine Laubhütte oder sein Häuschen und Ruhe und Schutz zusammen; für Martin wird dies die Wende seiner bisherigen bürgerlichen Biografie und ein Ausstieg aus der Angst. Wenn da nur nicht dieser kleine Junge wäre, den er in einem Abrisshaus kennengelernt hat und welcher ihn von nun ab begleiten wird.
Eine tiefsitzende Angst lässt sich nicht abstreifen, wie eine verflossene Liebe oder ein Karriereknick. Sie ist dein ständiger Begleiter und funkelt dich in stillen und schönen Momenten mit einem aufgerissenen Bulldoggenmaul an. Nice to meet you again, wirst du denken. Doch der Wald wird dich umarmen und reich beschenken mit seiner Fülle, seiner Weite und seinem Leben.
There is nothing left to loose
Drittes Studioalbum der Foofighters
Die Summe meiner einzelnen Teile
¶ Wait
I am a drunken driver and I am driving drunk and drunk and drunk and drunk ....
Wieviel Erinnerung lässt sich aus diesem Jahr scheffeln und wieviel will ich, darf ich davon preisgeben. Was hält davon noch stand und wo waren häufig die Enden und die Anfänge, zwischen Mustern von Revolutionen. Ja, ich mag das Wort manchmal ganz gern.
Tapsen von Tag zu Tag und den Erinnerungsstress clustern in sortierte Ordner und der anderthalb Tonnen Müll kommt raus. Ich bitte. Hier dich. Du schreibst immer aus der Ich-Perspektive. Wobei? No, it is not 2000 anymore. Das ist doch das Gestern.
Mich werden nicht alle Menschen mögen, die ich dieses Jahr getroffen habe, komplett neu getroffen und neu kennengelernt habe, aber ich habe viel Liebe erfahren, viel neues erfahren, unendlich viel dazugelernt, neue Wege beschritten und mein Herz geöffnet. Time and again. Es ist nicht leicht. Immer wieder nicht. Aber wozu sonst?
Wieviel Erinnerung lässt sich aus diesem Jahr scheffeln und wieviel will ich, darf ich davon preisgeben. Was hält davon noch stand und wo waren häufig die Enden und die Anfänge, zwischen Mustern von Revolutionen. Ja, ich mag das Wort manchmal ganz gern.
Tapsen von Tag zu Tag und den Erinnerungsstress clustern in sortierte Ordner und der anderthalb Tonnen Müll kommt raus. Ich bitte. Hier dich. Du schreibst immer aus der Ich-Perspektive. Wobei? No, it is not 2000 anymore. Das ist doch das Gestern.
Mich werden nicht alle Menschen mögen, die ich dieses Jahr getroffen habe, komplett neu getroffen und neu kennengelernt habe, aber ich habe viel Liebe erfahren, viel neues erfahren, unendlich viel dazugelernt, neue Wege beschritten und mein Herz geöffnet. Time and again. Es ist nicht leicht. Immer wieder nicht. Aber wozu sonst?
Ich bin untröstlich, aber ich muss Sie leider als Menschenfeind bezeichnen. Sie sind für mich ein Menschenfeind, dergestalt, dass Sie mit der Gesundheit eines ganzen Landes spielen. Bereits die jetzigen bürokratischen Aufwendungen für Arztpraxen sind enorm hoch und nun wollen Sie auch noch für jeden Arztbesuch 5 Euro Praxisgebühr einführen. Nun, dies werden Sie vermutlich nicht tun, sondern dies ist nur ein Hintertürchen, im Zuge dessen Sie auf eine höhere Eigenbeteiligung für Patienten pochen werden. Das ist, mit Verlaub gesagt, eine riesige Schweinerei. Denn darunter werden die Menschen leiden, die eh schon zerrüttet sind an Psyche und Soma aufgrund ihrer Krankheiten und Arztbesuche und deswegen häufig im Berufsleben ausfallen, ergo - sie schaffen damit mehr Sozialfälle als Ihnen lieb sein wird. Die FDP muss ein sehr hässliches Menschenbild besitzen, in welchem nur gesunde und starke Menschen ein Recht auf ein würdiges Dasein haben.
Sie haben heute zumindest eines erreicht - die FDP bleibt für mich und für alle Zeiten unwählbar und ich erwäge weitere Maßnahmen.
Mit freundlichen Grüßen
Sunny
Sie haben heute zumindest eines erreicht - die FDP bleibt für mich und für alle Zeiten unwählbar und ich erwäge weitere Maßnahmen.
Mit freundlichen Grüßen
Sunny